Ein „Fairtrade“-Award für Lidl?

Liebe  Kundinnen und Kunden,

wie Sie vielleicht über ganzseitige Werbeanzeigen der Firma Lidl wahrgenommen haben, hat Lidl einen so genannten „Fairtrade“-Award“ erhalten. Dieser wird jährlich von einem Verein namens Transfair e.V. verliehen, der das sehr bekannte „Fairtrade-Siegel“ vergibt.

In der Kategorie Handel erhielt Lidl dieses Jahr den ersten Platz, denn, so die Begründung: „Die Lidl Stiftung führte 2006 als erster Händler in Deutschland bundesweit Fairtrade-zertifizierte Produkte ein. Neben dem kontinuierlichen Ausbau des Fairtrade Angebots unterstützt das Handelsunternehmen auch direkt Partnerprojekte in den Ursprungsländern.“

Wie genau die Kriterien für den Preis sind, wissen wir nicht. Aber ein paar Fragen dazu hätten wir dann doch:

Ja, Lidl bietet in seiner großen Produktpalette (Umsatz ca 60 Millarden Euro / Jahr) auch einige Fairtrade-gesiegelte Produkte an. Laut eigener Website sind es: 15 Stück. Unglaublich, in 10 Jahren schaffte es Lidl sage und schreibe, fünfzehn faire Produkte einzuführen. Das bedeutet also „kontinuierlicher Ausbau“?

Und wie setzt Lidl seine große Marktmacht (60 Millarden/Jahr..) bei den restlichen Produkten ein? Z.B. bei der Milbona H-Vollmilch für 59 ct oder der Fin Carrée Alpenvollmilch Tafelschokolade für 49 ct ?

Ein Beispiel ist das Kaffeesortiment: Lidl bietet laut eigener website 13 Sorten Filterkaffe an. Eine davon ist „Fairtrade“- zertifiziert. Was ist mit dem Rest? Warum sorgt das Unternehmen nicht mit seiner großen Marktmacht dafür, dass auch andere, konventionelle Sorten in ihrem Regal nachziehen und die Bohnen fair beziehen?

Reicht es also für den Award aus, einen gewissen Jahresumsatz an „Fairtrade“-zertifizierter Ware zu verzeichnen, egal wie klein dieser im Verhältnis zum konventionellen Umsatz ist?

Sie sehen, wir können diesen Preis nicht nachvollziehen, der nur einen Effekt hat: Werbung für Lidl. Wir verstehen nämlich unter Fairem Handel etwas anderes: Fairer Handel bedeutet auch,  unfairen Handel zu vermeiden.

Und wir freuen uns, dass Sie uns dabei unterstützen 🙂

Ihr Team von Karibu

PS: Karibu und alle Weltläden bieten 100% fairen Kaffee an.

Umsatz fair gehandelter Produkte erreicht eine Millarde Euro!

Es gibt gute Nachrichten: 2014 wurden in Deutschland fair gehandelte Produkte im Wert von 1,03 Millarden Euro gekauft. Das entspricht einer Steigerung von 31% gegenüber 2013! Der Umsatz in Weltläden und Aktionsgruppen betrug dabei 72,5 Millionen Euro (+ 5%). Anderer Umsatz läuft beispielsweise über Supermärkte oder Direktverkauf der großen Fairhandels-Importeure wie Gepa oder El Puente.

Einige Details zu den Hauptproduktgruppen: Die Menge der verkaufte Südfrüchte (Bananen, Ananas, Mangos..) stieg um 50%, die von Kaffee um 13%, Zucker um 53%, Tee blieb konstant.

Natürlich gibt es auch noch Verbesserungspotential: Durchschnittlich wurden in Deutschland 2014 etwa 13 € pro Person für Faires ausgegeben – gegenüber beispielsweise 33 € in Großbritannien. Aber das schaffen wir auch noch oder? Am Besten durch den Einkauf bei Karibu 🙂

Die Daten wurden übrigens vom Forum Fairer Handel e.V. erhoben. Mehr Informationen gibt es hier, und der detaillierte 16-seitige Bericht findet sich hier zum Download.

 

Wir suchen Ehrenamtliche!

Haben Sie etwas Zeit übrig für eine spannende Tätigkeit im Fairen Handel? Haben Sie Lust, sich ehrenamtlich zu engagieren? Dann sind Sie bei Karibu genau an der richtigen Adresse!

Wir möchten nämlich unser ehrenamtliches Team sehr gerne verstärken und suchen für verschiedene Aufgabenbereiche nette und zuverlässige Menschen aller Altersklassen (ab 16). Mehr Details finden Sie hier. Melden Sie sich einfach per Email oder direkt im Laden und schnuppern Sie mal rein! Natürlich unverbindlich.

Weiteres Mitglied des PFTC ermordet – internationale Solidaritätsveranstaltung

Nach der Ermordung von Romeo Capalla im März (siehe hier) wurde nun bereits das zweite langjährige Mitglied des philippinischen Panay Fair Trade Center erschossen. PFTC beliefert u.a. unsere Lieferanten Gepa und dwp.

Die Organisation trauert um den Zuckerrohrbauern Dionisio Garete, der aus Sicht des PFTC wie auch Romeo Capalla einer ‚extralegalen Hinrichtung‘ zum Opfer fiel. Dabei ermorden Angehörige von Militär oder Polizei zwecks Einschüchterung Mitglieder der indigenen Bevölkerung oder Kleinbauern. Die Täter kommen in der Regel ohne Strafe davon. Wenige Tage nach dem Mord wurde ein gemeinsames Koordinationsbüro mehrerer Nichtregierungsorganisationen von maskierten Bewaffneten geplündert.

Vom 13.-15. August 2014 fand auf der philippinischen Insel Panay eine internationale Solidaritätsveranstaltung statt, um den Opfern des Panay Fair Trade Centers zu gedenken.

Der Präsident der World Fair Trade Organization, Rudi Dalvai, war stellvertretend für verschiedene Fair-Handels-Akteure ein Grußwort vor Ort verlesen, u.a auch für den Weltladen Dachverband.

Auch dieses Banner ist bei der Veranstaltung ausgehängt, um auch den Medien vor Ort zu zeigen, dass das Panay Fair Trade Center internationale Partner hat, die hinter ihnen stehen:

2014_Banner_PFTC

Karibu wird sich erneut mit einem Protestbrief an die philippinische Botschaft wenden. Wenn auch Sie aktiv werden wollen, bietet Gepa hier einige Tipps.

Mehr Information finden Sie auf den Seiten des Weltladen Dachverbandes, Gepa, dwp und im Forum Fairer Handel.