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	<title>Nachhaltigkeit &#8211; Karibu Welt- und Regioladen Kassel</title>
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	<description>Fair, Global, Regional, Ökologisch</description>
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		<title>Fairafric: Schokoladischer Gewinner aus Ghana</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Britta Erlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 02:20:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Produkte & Lieferanten]]></category>
		<category><![CDATA[Fairafric]]></category>
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					<description><![CDATA[Total begeistert ist Karibu-Vereinsvorständin Nicola Haupt vom Schokoladenhersteller fairafric und dessen Produkten. Genauer: Sowohl von der dafür angewandten Kakao-Anbau-Methode Agroforst (s.u.), als auch davon, dass die komplette Wertschöpfung im Land, also Ghana, bleibt. Plus, das süße Resultat ist klimapositiv. Schokoladen von 42 bis 92 Prozent Kakaogehalt bietet der Hersteller an. Mal cremig mit Cashew-Kernen, mit...]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Total begeistert ist Karibu-Vereinsvorständin Nicola Haupt vom <strong>Schokoladenhersteller </strong><a href="http://www.fairafric.com"><strong>fairafric</strong></a> und dessen Produkten. Genauer: Sowohl von der dafür angewandten <strong>Kakao-Anbau-Methode Agroforst</strong> (s.u.), als auch davon, dass <strong>die komplette Wertschöpfung im Land</strong>, also Ghana, bleibt. Plus, das süße Resultat ist <strong>klimapositiv</strong>. Schokoladen von 42 bis 92 Prozent Kakaogehalt bietet der Hersteller an. Mal cremig mit Cashew-Kernen, mit Kakao-Nibs oder auch mit Fleur de Sel (also salzig). Bei uns im Laden zu erstehen für 3,50 € die bio-zertifizierte Tafel. Hinzu kommen mit Schokolade ummantelte Ananas, Mango- und Kokosbällchen. Vertrieben an erster Stelle in Deutschland und an zweiter in Ghana selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun haben wir in unserem Quartalsnewsletter schon öfter von fairafric berichtet. Weil der westafrikanische Schokoladenhersteller seine Erfolgsgeschichte aber weiter fortgeschrieben und zudem Ladenmitarbeiterin Haupt auf unserem Juli-Plenum einen Vortrag darüber gehalten hat, hier die wichtigsten aktuellen Fakten und Details:</p>



<h5 class="wp-block-heading">Deutschland Weltmeister in Schokoladen-Konsum</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst einmal: Der Konsum an Schokolade in Deutschland ist so hoch wie nirgendwo sonst. Elf Kilogramm pro Kopf und Jahr verbrauchen wir hier. <strong>70 Prozent des enthaltenen Kakaos werden in Westafrika angebaut</strong>. Macht einen Umsatz von 100 Milliarden Dollar pro Jahr. <strong>Lediglich fünf Prozent davon kommen jedoch in Afrika an</strong>. An dieser Schieflage ändern laut fairafric weder Fair Trade noch das – zuletzt von der deutschen Regierung wieder infrage gestellte &#8211; Lieferkettengesetz etwas. Als 2016 die ersten Schokoladen vom Chocolatier in Ghana vom Band liefen, stand daher eine <strong>Vision von Gründer Hendrik Reimers</strong> dahinter: „<strong>Use business to end poverty</strong>“. Also das Geschäft nutzen, um die Armut zu beenden. Erschaffen wollte er dafür 10.000 klimafreundliche Arbeitsplätze in Afrika. Und zwar, indem dabei neokoloniale Strukturen durchbrochen werden und die <strong>Wertschöpfung im Land</strong> etabliert wird. In den englischen Kolonien war es regelrecht verboten, auf dem Kontinent produzierte Rohstoffe weiterzuverarbeiten. Kurzum, es ging Reimers in jeder Hinsicht um eine nachhaltige Entwicklung. Produziert wurde zunächst noch mit Schweizer Maschinen aus den 50er Jahren, die er in Ghana vorfand. Alles Weitere um Fertigung und Infrastruktur musste erst aufgebaut werden. Das nötige Geld dafür bekam er über <strong>crowdfunding von privaten Investor*innen</strong> und über den Verkauf der Schokoladen. Auch die GLS-Bank und die deutsche Entwicklungsgesellschaft steuerte bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits fünf Jahre später, also <strong>ab 2021, fertigte Fairafric in einer eigenen solarbetriebenen Fabrik in Amanase </strong>mit modernen Maschinen. Ein regionaler Bautrupp hatte sie hochgezogen. Sogar die Laborkittel wurden und werden vor Ort geschneidert. Die Kantine beliefern lokale Kakaobauern und -bäuerinnen mit ihren Feldfrüchten. Das bedeutet, sie können vielfältigere Einkommensquellen erschließen. Und <strong>seit </strong><strong>2022 gibt es außerdem eine unternehmenseigene Chocolaterie-Schule</strong>. Zu dieser Zeit hat fairafric bereits <strong>50 Angestellte. 40 Prozent des Teams sind Frauen</strong>. Auch in den Führungspositionen sind die weiblichen Kräfte mit den männlichen fast gleichauf. Insgesamt sind mit dem Schokoladenhersteller <strong>1000 neue Arbeitsplätze</strong> in der Region verbunden: Pro einem Job, in dem Agrarprodukte weiterverarbeitet werden, entstehen 2,8 Jobs in Zulieferbetrieben in Afrika. <strong>Anstatt 6 bis 8 Cent vom Verkauf einer in Europa produzierten Schokoladen mit ghanaischem Kakao bleiben so von in Afrika produzierter Schokolade 60 bis 80 Cent auf dem Kontinent</strong>.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Agroforst bringt hohen Ertrag</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal vier Jahre darauf entstand die „<strong>Road to climapositive chocolate</strong>“: Der Kakao wird biodynamisch mittels der <strong>dynamischen Agroforst-Methode</strong> (DAF, dynamic agroforest) angebaut. Diese funktioniert in mehreren Schichten. Als erstes werden bodennahen Cassava-Büsche, Yams-Wurzeln und Kochbananen angebaut. Darüber, beziehungsweise daneben stehen Kakaobäume, die Schattengewächse sind. Überschattet werden sie von Cashew- und Mango-Bäumen. Und als vierte und letzte Schicht pflanzen fairafric Bäuer*innen Urwaldbäume und Kokospalmen an. Bedeutet: In einem regenerativen System ergänzen sich die Pflanzen gegenseitig nach den Prinzipien des Regenwaldes. Der Boden wird fruchtbarer und kann mehr Wasser speichern. Dadurch sind die Kakaobäume resistenter gegenüber Dürre. Außerdem kann der Boden mehr CO² aufnehmen. <strong>Der CO² Fußabdruck jeder Tafel wird vierfach im Boden der Farmen gespeichert. Durch den Anbau verschiedener Pflanzen können die Farmer*innen zudem ihr Einkommen diversifizieren</strong>. Das heißt, beispielsweise Bananen verkaufen oder aus zu Asche verbrannten Kakaoschoten Seife herstellen. Somit sind sie nicht nur vom Kakao abhängig. <strong>Auch kommt die Süßigkeit mit dem Schiff nach Deutschland anstatt mit dem Flugzeug.</strong> Und die <strong>Folie in der Papp-Verpackung der Schachteln besteht aus Holzzellstoff, der aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und sogar </strong><strong>im hauseigenen Kompost biologisch abbaubar</strong> ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Fair Trade Ebene zahlt fairafric seinen Mitarbeiter*innen <strong>mehr als den ghanaischen Mindestlohn</strong>. Ihre ganzen Familien sind <strong>krankenversichert</strong>. In der Kantine gibt es <strong>subventioniertes Essen</strong>. Die Arbeiter*innen werden kostenlos mit Bussen abgeholt. Und zu guter Letzt: <strong>Das gesamte Management-Team besteht aus Ghanaer*innen</strong>. Allgemein hat fairafric das Ziel, das Leben der Kakaobäuer*innen zu verbessern. So werden sie auch am Ge<strong>winn des Start-Ups beteiligt und erhalten Bio-Prämien</strong> für den ökologischen Anbau. Heute arbeitet das Unternehmen mit 1500 von ihnen zusammen. <strong>Kinderarbeit ist außerdem Tabu</strong>. Insgesamt ist soziale Verantwortung von Anfang an Teil der Fabrik, die fest in ghanaischer Hand ist. Auf den Punkt gebracht: „Die Wertschöpfung ist das fehlende Puzzleteil zu wirklich fairem Handel“, wie es in einem der unten aufgeführten Filme heißt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Mix hat es fairafric entgegen dem herrschenden Weltmarkttrend, dass Schokolade im End-Verbrauch teurer wird, zuletzt sogar geschafft, seine <a href="https://karibu-kassel.de/hoehere-preise-fuer-schokolade-fragen-und-antworten-vom-weltladen-dachverband/">zunächst gestiegenen Preise</a> senken zu können. (Wir <a href="https://karibu-kassel.de/gepa-erhoeht-preise-fairafric-senkt-sie/">berichteten</a>.) Denn insbesondere durch klimakrisenbedingte Missernten und Spekulation an den Börsen gestiegene Rohstoffpreise konnten dem ghanaischen Schokoladenhersteller mittelfristig nichts anhaben. Und so konnte das Karibu-Ladenteam auf seinem Plenum beruhigt und bewundernd die von Kollegin Haupt zum Probieren gereichten fairafric-Schokoladenstückchen genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Quellen zum Weitergucken:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=o5Z8QiCefZs">Decolonize Chocolate</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=5P7YCTPzCKU">Decolonize Chocolate 2</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fair ist nicht gleich bio – und doch…</title>
		<link>https://karibu-kassel.de/fair-ist-nicht-gleich-bio-und-doch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Britta Erlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2025 09:53:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Produkte & Lieferanten]]></category>
		<category><![CDATA[Bio-Produkte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob Kaffee, Tee oder Schokolade, der Anteil biologischer Lebensmittel im Fairen Handel ist hoch. In Deutschland liegt er nach Angaben einer Sprecherin vom bundesweiten Verband Forum Fairer Handel bei 80 Prozent. Bei uns im Laden sind es geschätzt 60-70 Prozent. &#160;Die Diskrepanz zwischen den beiden Angaben ergibt sich nach Geschäftsführer Christoph Elich daraus, dass wie...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ob Kaffee, Tee oder Schokolade, der <strong>Anteil biologischer Lebensmittel im Fairen Handel</strong> ist hoch. In Deutschland liegt er nach Angaben einer Sprecherin vom bundesweiten Verband <a href="http://www.forum-fairer-handel.de">Forum Fairer Handel</a> bei 80 Prozent. Bei uns im Laden sind es <strong>geschätzt 60-70 Prozent</strong>. &nbsp;Die Diskrepanz zwischen den beiden Angaben ergibt sich nach Geschäftsführer Christoph Elich daraus, dass wie Forum Fairer Handel auch schreibt, nicht alle Fairtrade Lebensmittel bio-zertifiziert sind, also kein Bio- Siegel haben. „Zweitens haben wir ein großes Regio-Lebensmittel Sortiment, in dem auch nicht alle Lebensmittel ein Bio Siegel haben.“ Hinzu kommen Produkte aus dem Kunsthandwerk wie Bettwäsche aus Bio-Baumwolle oder Ledertaschen, die bis hin zur Gerbung biologisch sind. <strong>Das macht insgesamt in Karibu einen Schnitt an Bio-Artikeln von über 50 Prozent</strong>. Dies liegt am Grundsatz 10 des Fairen Handels, sich für Umweltschutz und gegen den Klimawandel einzusetzen. Die Grundsätze stimmen überein mit den Nachhaltigkeitszielen (sustainability development goals, SDG) der UN, sprich der <a href="https://www.weltladen.de/site/assets/matterial/document/36/version/2003/attachment/2018_Die%20Internationale%20Charta%20des%20Fairen%20Handels.pdf">Internationalen Charta des Fairen Handels</a>. Darin heißt es unter anderem:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Schutz der Umwelt und der langfristige Erhalt der natürlichen Ressourcen und Biodiversität sind wichtige Säulen des Fairen Handels. Ein umweltfreundliches Wirtschaften – einschließlich des Schutzes von Boden und Wasserressourcen und der Reduktion des Energieverbrauchs, des Ausstoßes von Treibhausgasen und der Produktion von Müll – liegt in der Verantwortung aller Akteure der Produktions-, Vertriebs- und Verbrauchskette.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die gesamte Wertschöpfungskette sollte so aufgebaut sein, dass die tatsächlichen Kosten eines umweltverträglichen Wirtschaftens sich in den Preisen und Handelsbedingungen widerspiegeln. Kleinbäuer*innen sowie Handwerker*innen sind von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffen und es ist wichtig, sie bei der Entwicklung und Finanzierung von Anpassungs- und Vorbeugungsstrategien zu unterstützen.</em></p>



<h5 class="wp-block-heading">Nach Grundsätzen des fairen Handels</h5>



<p class="wp-block-paragraph">„Karibu ist Mitglied im Weltladen-Dachverband (das zentrale Netzwerk der Weltläden und Aktionsgruppen für Fairen Handel auf Bundesebene, d. Red.). Von dem her vertreten wir die Grundsätze des Dachverbandes, die mit den Grundsätzen des Fairen Handels korrelieren“, erklärt Scheerin Alou, ehemals Vorständin vom für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit zuständigen <a href="https://karibu-kassel.de/ueber-uns-karibu/karibu-verein/">Verein Karibu e.V.</a> sowie Teamerin von Karibu-Workshops, jetzt noch Ladenmitarbeiterin. Und Karibu-Geschäftsführer Christoph Elich bezieht Stellung: „<strong>Wir haben uns den Grundsätzen des Fairen Handels verschrieben und vertreiben daher auch Bio-Produkte</strong>. Die Bezeichnung „bio“ bei uns an den Regalen ist vonnöten, da unsere Kund*innen nicht wissen, dass in Fair Trade bio zumeist automatisch drin ist.“&nbsp; Laut Elich kauft Karibu nur von Lieferanten, die vom Weltladen Dachverband anerkannt sind. Das heißt, diese sind den Kriterien des Fairen Handels ebenfalls verpflichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Alou vertreiben wir <strong>ausschließlich fair gehandelte Produkte</strong> mit Ausnahme sogenannter Ergänzungsprodukte, die nicht mehr als zwanzig Prozent am Gesamtumsatz ausmachen dürfen. Also <strong>Produkte aus sozial- und umweltverträglicher Herstellung</strong>, deren Hauptrohstoffe nicht von HandelspartnerInnen in Ländern des Südens stammen, wie z.B. Recyclingpapier. Dazu gehören auch unsere <strong>regionalen Produkte</strong>, für die wir eigene Kriterien definiert haben. „Regionale Produkte sind in unserem Sortiment, um ökologische Nachhaltigkeit zu fördern und heimische kleinbäuerliche Betrieb zu unterstützen“, begründet sie. Wenn Produkte bei uns im Laden nicht bio sind, dann liege das oft daran, dass die <strong>Kosten für die Bio-Zertifizierung sehr teuer</strong> sind, wissen Elich und Alou. Einige unserer Lieferanten haben bewusst darauf verzichtet. Dennoch sind sie dann ökologisch produziert wie zum Beispiel der Stadthonig von Victor Hernandez. Der hat die jährliche Kontrolle und die Kosten gescheut, da er sonst die Preise für sein Produkt deutlich teurer hätte machen müssen. Kostengründe sind es auch, warum es bei Karibu, obwohl sowohl in der Bio-Version als auch konventionell von Lieferant Weltpartner hergestellt, die Tartufi, handgemischte Schokoladentrüffel nur in letzterer Version zu kaufen sind. Macht für die Kund*innen einen Unterschied von 1 € weniger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kooperativen erhalten oftmals eine <strong>Zusatzprämie für bio-zertifizierte Produkte</strong>,“ erläutert die heute noch ehrenamtlich Mitarbeitende Alou. Daher sei der Anreiz groß umzustellen. Dabei geht es nach ihren Worten zum Beispiel darum, Monokulturen zu vermeiden, den Einsatz von gesundheitsschädlichen- und umweltschädlichen Pestiziden zu verringern sowie Böden fruchtbar zu halten. Außerdem darum, Ernteerträge nachhaltig zu steigern.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wenig Konkurrenz zu Bio-Handel</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Was das Verhältnis des Weltladens zu den Kasseler Bio-Läden anbetrifft, besteht nach Auskunft des Geschäftsführers eine gewisse Konkurrenz. „Ich würde jedoch nicht behaupten, dass wir groß genug sind, dass beispielsweise ein Bio-Greger (Bio-Supermarkt im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe, d. Red.) sich deswegen Sorgen macht.“ Außerdem unterschieden sich unsere Produkte zum Großteil doch sehr. Überschneidungen liegen demnach bei geschätzt maximal 20 Prozent, etwa bei Kaffee, Lemonaids und Weltpartner-Produkten. Manchmal wird der Hauptamtliche gefragt, wieviel Bio-Produkte wir haben. Dann weise er darauf hin, dass wir <strong>bio gekennzeichnet haben, der primäre Schwerpunkt aber fair trade ist</strong>. Sowie, dass wir 60-70 Prozent der Lebensmittel in Bio-Qualität anbieten. Beschwerden wegen eines&nbsp; mangelnden Bio-Angebots hat er sich jedoch noch nicht anhören müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<strong>Eigentlich reicht das Fair Trade-Siegel aus, um ein nachhaltig produziertes Produkt zu kaufen</strong>“, greift Elich den Faden noch einmal auf. „Wir nennen uns nicht Bio- sondern Fair Trade-Laden.“ An den Lieferanten sieht man, uns ist ökologisch und bio wichtig.“ Ausnahmen macht Karibu nach seinen Worten nur in Ausnahmefällen, nämlich, wenn wir Produzent*innen vertrauen können, dass Bio-Kriterien erfüllt sind. So zum Beispiel auch beim „Honig aus Nordhessen“ der Familie Fraij. Alle anderen Bio-Produkte sind selbstverständlich neben den <strong>kleinen grünen Schildchen mit der Aufschrift „bio“ an unseren Regalen und an den </strong><a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-siegel.html"><strong>bekannten Bio-Siegeln</strong></a><strong> zu erkennen</strong>. Nämlich überwiegend dem aus Sternen bestehenden weißen Blatt auf grünem Grund (EU-Bio-Logo) und dem sechseckigen weißen Bio-Siegel (deutsches staatliches Bio-Siegel).&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die meisten fairen Siegel (GEPA, WFTO, El Puente etc.) priorisieren soziale Kriterien,“ legt Alou dar. So ist es <strong>Ziel des fairen Handels, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbäuer*innen, Kleinproduzent*innen und Arbeiter*innen nachhaltig zu verbessern</strong>, bringt es der „<a href="https://www.forum-fairer-handel.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Publikationen_FFH/2024_FFH_kompass-fh_die-10-haeufigsten-fragen.pdf">Kompass Fairer Handel: Die häufigsten 10 Fragen über Fairen Handel</a>“ des Forums Fairer Handel auf den Punkt. Ökologische Nachhaltigkeit sei aber, fährt die Ehrenamtliche fort, im fairen Handel nicht mehr wegzudenken. „Von dem her kommt es hier – was die Siegel anbetrifft &#8211; eher auf die Produkte an,“ erklärt sie weiter. <strong>Kakao und Kaffee werden auch im Fairen Handel zu sehr großen Teilen ökologisch nachhaltig angebaut</strong>. Siegel, die in unterschiedlicher Gewichtung sowohl ökologisch als auch fair kennzeichnen, sind zum Beispiel <a href="https://global-standard.org/de/der-standard">GOTS</a> und der <a href="https://gruener-knopf.de/">grüne Knopf</a> für Textilien und <a href="https://www.naturland.de/de/naturland/wofuer-wir-stehen/fair.html">naturland fair</a>, <a href="https://www.rapunzel.de/fairtrade-hand-in-hand.html">Rapunzel – hand in hand</a> sowie die – allerdings in die Kritik geratene &#8211; <a href="https://labelchecker.de/label/101-rainforest-alliance/">Rainforest Alliance</a> für Lebensmittel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend kann festgehalten werden, was das Forum Fairer Handel in der genannten <a href="https://www.forum-fairer-handel.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Publikationen_FFH/2024_FFH_kompass-fh_die-10-haeufigsten-fragen.pdf">Publikation</a> von 2024 so ausdrückt: <em>Fair und Bio sind unterschiedliche Konzepte: Bio-Produkte erfüllen vor allem ökologische Standards, während der Faire Handel vor allem Sozialstandards voraussetzt. Trotzdem gehört Umweltschutz zur fairen Wirtschaftsweise dazu und viele fair gehandelte Produkte sind gleichzeitig auch bio. Der Faire Handel fördert darüber hinaus häufig die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft und Produzent*innen erhalten für Bioprodukte einen Zuschlag.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Klimaschäden zu Lasten anderer verantworten</title>
		<link>https://karibu-kassel.de/klimaschaeden-zu-lasten-anderer-verantworten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Britta Erlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2024 15:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimagerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Über Klimagerechtigkeit umfassend referiert hat die Nachwuchswissenschaftlerin und Karibu-Mitarbeiterin Hanna Pohlmann im Rahmen der Fairen Woche im September in Karibu. Worum es dabei ging, können Sie im folgenden Interview lesen. 


]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Klimagerechtigkeit umfassend referiert hat die Nachwuchswissenschaftlerin und Karibu-Mitarbeiterin Hanna Pohlmann im Rahmen der Fairen Woche im September in Karibu. Worum es dabei ging, können Sie im folgenden Interview lesen. </strong></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-6a3adb490de29985b6e4555a86355cab wp-block-paragraph"><strong>Am Schluss Deiner Präsentation zu Klimagerechtigkeit schreibst Du als Fazit, dass es wichtig ist, ein gutes Leben zu erreichen für alle.<a> </a><a>Wie kommen wir dahin?</a><a> </a><a><br></a></strong>Es gibt viele verschiedene kleine Initiativen, die im Rahmen des fairen Handels etwas machen, um Klimagerechtigkeit zu erreichen. Das muss in allen gesellschaftlichen Sphären passieren. Damit von vielen kleinen Perspektiven ausgehend etwas zum großen Ganzen kommen kann.<a> Nicht nur im fairen Handel, sondern bei der Mobilität, im Gebäudesektor, in der Landwirtschaft, in der Bildung</a> und in vielen anderen Bereichen.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3f34cf0a8e285e96e720c1f8254e0166 wp-block-paragraph"><a><strong>Wie definierst du Klimagerechtigkeit überhaupt?</strong></a><br><a>Das ist ein altes Konzept. Es geht darum, dass die Menschen, die für den Klimawandel verantwortlich sind, auch wirklich die Verantwortung tragen. Gerade nimmt die Klimakrise insbesondere im globalen Süden sehr schlimme Ausmaße an. Dort gibt es viele Extremwetterereignisse, und die dortigen Infrastrukturen sind schlecht auf die Klimaanpassung vorbereitet. Allerdings wurde die Klimakrise aber hauptsächlich hier im globalen Norden verursacht und durch global agierende Unternehmen. Sie müssen eigentlich auch die Verantwortung dafür tragen.</a></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-957abfafb230641a59639b12d5e96db0 wp-block-paragraph"><a><strong>Was sind die Ursachen für die zugrunde liegende Klimakrise?</strong></a><br><a>Die Ursachen sind sehr vielschichtig. Sie basieren auf unserem Weltwirtschaftssystem, Normen und Werten, die sich schon seit Jahrhunderten weiterformen. Das fängt schon beim Kolonialismus im 15. 16. Jahrhundert an. Da wurde der Grundstein für die Handelsmuster gelegt, die wir heute haben. Das hat damit angefangen, dass europäische Länder versucht haben, Territorien im globalen Süden einzunehmen, dort die Strukturen auszubeuten, Metalle abzubauen, Erze, Lebensmittel, die hier nicht bekannt waren. Dadurch hat sich ein globales Ungleichgewicht gebildet. Auf dem basiert bis heute unser Wohlstand, unser Wirtschaftswachstum. So entstehen sehr viele CO2-Emissionen. Und das weitet sich aus. Denn heutzutage streben alle Menschen danach, so zu leben, wie das Menschen hier in Europa oder in Nordamerika tun. Wir haben so ein Ideal davon, dass wir möglichst viel konsumieren, alle einen Fernseher besitzen, ein Auto, dass wir viel in den Urlaub fahren, dass wir Fleisch essen, wir einen möglichst angesehenen Job haben, in dem wir viel verdienen.</a></p>



<h4 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-814be619064a04e7c5b421e42712919b"><a><strong>„Es kann so nicht weitergehen.“</strong></a></h4>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-111c24a18afdb3f3ceb6e5e05636aa03 wp-block-paragraph"><strong>Warum brauchen wir jetzt Klimagerechtigkeit?</strong><br><a>Weil es nicht so weitergehen kann mit diesen Ungerechtigkeiten auf der Welt. Und zum anderen, wenn wir so weiterleben wie bisher und nichts gegen die Klimakrise machen, dann wird sich das immer weiter ausweiten. Wir hatten ja schon viele Klimaabkommen. Es gibt den IPCC, den International Panel on Climate Change (Internationaler Klimarat, d. Red.). Da wird jährlich errechnet, was passiert, wenn wir so weiterleben wie bisher. Es gibt verschiedene Szenarien. Und Szenarien für eine Erderwärmung von drei bis vier Grad, die sind natürlich verheerend. Dann gibt es vielleicht manche Staaten nicht mehr, weil der Meeresspiegel steigt. Es kann dazu kommen, dass es viel mehr Naturkatastrophen gibt, auf die wir gar keinen Einfluss nehmen können. Und dadurch wird natürlich unser Wohlstand viel mehr gefährdet.</a></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-25a47d5c8a8fd3c6322839491511ce68 wp-block-paragraph"><a><strong>Was hat es mit der Klima-Rahmenkonvention und den Bali-Prinzipien auf sich?</strong></a><br><a>Das ist zum einen ein Gremium der Vereinten Nationen. Die ersten Gipfel dazu gab es in den 1990er Jahren. Da wurde 1992 diese Definition von Klimagerechtigkeit verabschiedet und es wird jedes Jahr ein Klimagipfel durchgeführt. Der letzte, sehr wichtige war in Paris in 2015. Dort hat jedes Land Handlungsvorschläge bekommen, die es erfüllen soll. Das wird immer wieder überprüft durch den IPPC. Diese Organisation der UN muss immer wieder Rechenschaft ablegen, was schon erreicht wurde. Und die Bali-Prinzipien gibt es seit 2002: Sie sind auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg entstanden. Da waren besonders die zivilgesellschaftlichen Organisationen weltweit sehr gut vertreten. Das war ein Gegenentwurf zu diesen offiziellen Veranstaltungen der UN, wo deren Perspektiven nur marginalisiert wurden. Die durften da auftreten, aber sie wurden nicht gehört. Deswegen haben sie dann diesen alternativen Gipfel gemacht, um auf die Situation aufmerksam zu machen und diese Prinzipien zur Klimagerechtigkeit, wie z.B. das Recht indigener Völker und betroffener Gemeinschaften, sich selbst zu vertreten und für sich selbst zu sprechen, zu verabschieden</a>.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-82af207018af4ac5f85ccfe5037b5919 wp-block-paragraph"><a><strong>Wie hängen Handel und Klimagerechtigkeit zusammen?</strong>I</a><br>I<a>ch hatte schon die Handelsmuster erwähnt, die durch den Kolonialismus entstanden sind. Dann gibt es sehr mächtige Staaten oder Staatengruppen auf der Welt wie die EU oder die Vereinten Staaten. In der letzten Zeit haben sich auch die BRICS-Staaten herausgeformt. Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die da auch eine Stellung einnehmen wollen und das Handelsgeschehen beeinflussen möchten. Ich kann jetzt nur gut von der EU-Ebene ausgehen, weil ich da mal ein Seminar zu besucht habe in der Uni zu den EU-Handelsprinzipien mit afrikanischen Staaten und karibischen Staaten. Da ist es so, dass die Wertschöpfung in den Ländern total unterbunden wird. Sie sind immer noch Rohstofflieferanten von zum Beispiel Kaffee, Kakao oder anderen Gütern, die dann erst hier in Europa weiterverarbeitet werden. Die Handelsabkommen werden von dieser Seite entsprechend geformt, dass das so bleibt. In manchen afrikanischen oder karibischen Ländern sind vielleicht auch die Regierungen korrupt. Und die Infrastruktur für die Weiterverarbeitung ist nicht so gut ausgebaut.</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://karibu-kassel.de/wp-content/uploads/2024/12/NEULAND_escherode_2812-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-7967" srcset="https://karibu-kassel.de/wp-content/uploads/2024/12/NEULAND_escherode_2812-1024x768.jpg 1024w, https://karibu-kassel.de/wp-content/uploads/2024/12/NEULAND_escherode_2812-300x225.jpg 300w, https://karibu-kassel.de/wp-content/uploads/2024/12/NEULAND_escherode_2812-768x576.jpg 768w, https://karibu-kassel.de/wp-content/uploads/2024/12/NEULAND_escherode_2812-600x450.jpg 600w, https://karibu-kassel.de/wp-content/uploads/2024/12/NEULAND_escherode_2812.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hanna Pohlmann, copyright Programmbüro Neulandgewinner/Fotograf: Frank Schinski</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-aaf84e5f1608122585c0120a921b5cf4"><a><strong>„Weltladen vertritt Prinzipien der Klimagerechtigkeit.“</strong></a></h4>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-435a35c1ac4d0441c4f2bec17b335c29 wp-block-paragraph"><strong>Was tut der faire Handel für Klimagerechtigkeit?</strong><br><a>Auf der gesellschaftlichen Ebene werden hier im Weltladen oder bei anderen Organisationen die Prinzipien der Klimagerechtigkeit vertreten. Es gibt Veranstaltungen wie meinen Vortrag oder die Bildungsarbeit oder Kampagnen. Heute zum Beispiel findet eine Demo gegen den Flughafen Kassel Calden hier in Kassel statt, wofür der Weltladen einsteht. Auf der Ebene der Produzent*innen schaut man, wie klimaschonend angebaut werden kann, dass da mehr Mischkulturen eingesetzt werden und der organische Anbau gefördert wird. </a></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-58d10a89de838731573fa942a41add46 wp-block-paragraph"><strong>Was gibt es noch</strong><a><strong>?<br></strong>Zum Beispiel, dass der Transport der Waren per Schiff, am besten sogar Segelschiff, erfolgt und nicht im Flugzeug, </a><a>dass man dann auch hier in Europa klimaschonende Infrastrukturen nutzt, wie Züge oder </a><a>Ökostrom .</a><a> </a><a>Da tut der faire Handel schon eine ganze Menge.</a><a></a></p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-2d926079c9430bda42dea08b9c55d62e wp-block-paragraph"><a><strong>Du hast jetzt eben das Stichwort Transport schon erwähnt. Es gibt ja verschiedene Ebenen, die Einfluss haben auf die Klimagerechtigkeit oder Ungerechtigkeit: Verpackung, Transport, Produktion und gesellschaftspolitische Ebenen spielen da noch mit rein. Wie sieht das im Einzelnen im Moment aus?</strong></a><br><a>Ich finde, gerade spielt Klimagerechtigkeit in der Gesellschaft keine allzu große Rolle. Es hat in 2019 eine sehr große Rolle gespielt mit den aufkommenden Demonstrationen von Fridays for Future. Viele Städte in Deutschland haben gesagt, dass sie klimaneutral werden möchten. Sie haben einen Klimanotstand ausgerufen. Es wurde eine Bundesregierung gewählt unter der Beteiligung der Grünen. Da war dieses Thema aktuell. Durch die weltweiten Krisen wie die Corona-Pandemie, den Russland-Ukraine-Konflikt und den Aufstieg der Rechten sieht man, dass sich diese Problematik verlagert. Und dass dieses Klimathema gerade nicht bespielt wird auf bundespolitischer Ebene. Es versuchen natürlich Klimagruppen und andere gesellschaftspolitische Gruppen, das immer wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Aber es gelingt gerade nicht so richtig. Klima wird schon in vielen Organisationen und auch Unternehmen gedacht, aber es wird eher auf Klimaneutralität bezogen. Da hat man leider keine Gerechtigkeitskomponente drin, weil Prozesse, die klimaschädlich sind, dann vielleicht ausgelagert und Anleihen gekauft werden. Also Geld dafür bezahlt wird, dass woanders Bäume gepflanzt, Patenschaften eingegangen werden.</a></p>



<h4 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-bacaa1be746ded8b3ad6a3a5203dd837"><a><strong>„Weniger konsumieren.“</strong></a></h4>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-71cb4784a9d8cbb449ddbc722e06c3c6 wp-block-paragraph"><strong>Welche Kämpfe haben Betroffene zum Beispiel ausgefochten, um mehr Klimagerechtigkeit zu erreichen?<a> </a><a><br></a></strong>Es gibt dieses schöne Beispiel vom Yasunido Nationalpark in Ecuador.<a> Es gibt im Amazonasgebiet einen großen Nationalpark, wo sehr viel Biodiversität herrscht.</a><a> </a><a>Da wurden dann aber irgendwann Ölquellen gefunden.</a><a> Man hat, glaube ich, Anfang der 2000er damit angefangen, dort Ölbohrungen zu machen, die Infrastruktur dafür aufzubauen.</a><a> Die indigene Bevölkerung und andere Gruppen haben sich dagegen gewehrt.</a><a> Es sollte dann ein internationaler Fonds aufgesetzt werden, wo alle Länder dieser Welt einen Anteil haben und darin einbezahlen, damit Ecuador kein Öl mehr fördert.</a><a> </a><a>Letztendlich war aber nicht genug Geld in diesem Fond.</a><a> Dann hat die ecuadorianische Regierung weiter Öl gefordert.</a><a> Die Umweltbewegung hat versucht, das über ein nationales Referendum zu lösen.</a><a> Es kamen aber immer wieder Rückmeldungen von der ecuadorianischen Regierung, dass es formale rechtliche Fehler gebe</a><a>.</a><a> </a><a>2023 gab es sehr viele Unruhen im Land.</a><a> Der Präsident wurde schließlich abgewählt, und es kam zu Neuwahlen.</a><a> Es gab endlich, 20 Jahre später dieses Referendum.</a><a> 60 oder 65 Prozent der Bevölkerung haben dafür gestimmt, dass da kein Öl mehr abgebaut wird.</a><a> Jetzt müssen diese ganzen Ölraffinerien abgebaut werden</a>.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-e3dc918eb51cc9074322f914c5ed3a03 wp-block-paragraph"><a><strong>Was kann jeder Einzelne hier tun für mehr Klimagerechtigkeit?</strong></a><br><a>Man kann natürlich diesen ganzen individuellen Sachen folgen. Also weniger zu konsumieren. Wieviel brauche ich wirklich zum Leben? Das fängt bei Klamotten und bei Lebensmitteln an. Und geht dazu, wie viele Urlaubsreisen im Jahre mache ich? Wo gehen die hin? Was nutze ich dafür? Dann kann man natürlich schauen, wo wohne ich? Wie viel Quadratmeter beanspruche ich eigentlich für mich? Nutze ich ein Auto oder was nutze ich, um zur Arbeit zu kommen? <br>Man sollte auch nicht vernachlässigen, dass man auf gesellschaftspolitischer Ebene ganz viel machen kann. Das fängt dabei an, dass man Petitionen unterstützt. Man kann sich in einem Laden wie dem Weltladen engagieren oder bei anderen Einrichtungen oder Initiativen. Man kann zu Demos gehen. Man kann versuchen, auch bei dem Unternehmen oder bei der Organisation, wo man arbeitet, zu schauen, was für einen Kaffee trinke ich da eigentlich? Ist das Kopierpapier Recyclingpapier? Wie machen wir unsere Dienstreisen? Und wenn man Kinder hat: Wie sieht es in der Kita oder in der Schule aus? So kann eigentlich jeder irgendwas im Kleinen dafür tun, um die Welt ein bisschen gerechter zu machen.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle Titelfoto: Fairtrade Deutschland</p>
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		<title>#Fairsprechen war Erfolg</title>
		<link>https://karibu-kassel.de/fairsprechen-war-erfolg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Britta Erlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 05:38:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Fairer Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Fairsprechen]]></category>
		<category><![CDATA[Weltladen Dachverband]]></category>
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					<description><![CDATA[Positiv bewerten Weltladen-Dachverband, Forum Fairer Handel und Fairtrade Deutschland das Ergebnis ihrer Aktion #Fairsprechen zur Europawahl. Darin hatten die drei Organisationen Akteur*innen des Fairen Handels angeregt, mit Kandidat*innen in ihrem Wahlkreis ins Gespräch zu kommen und sie zu einem #FAIRSPRECHEN bewegen. Also sie von der Notwendigkeit einer nachhaltigen europäischen Handelspolitik zu überzeugen und als Unterstützer*innen...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Positiv</strong> <strong>bewerten</strong> <a href="https://www.weltladen.de/">Weltladen-Dachverband</a>, <a href="https://www.forum-fairer-handel.de/">Forum Fairer Handel</a> und <a href="https://www.fairtrade-deutschland.de/">Fairtrade Deutschland</a> das <strong>Ergebnis ihrer Aktion #Fairsprechen zur Europawahl</strong>. Darin hatten die drei Organisationen Akteur*innen des Fairen Handels <strong>angeregt, mit Kandidat*innen in ihrem Wahlkreis ins Gespräch zu kommen und sie zu einem #FAIRSPRECHEN bewegen. Also</strong><strong> sie von der Notwendigkeit einer nachhaltigen europäischen Handelspolitik zu überzeugen und als Unterstützer*innen des fairen Handels zu gewinnen.</strong><strong> </strong>(<a href="https://karibu-kassel.de/kandidatinnen-fuer-das-europaparlament-auf-die-notwendigkeit-von-globaler-gerechtigkeit-aufmerksam-machen/">Wir berichteten</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Besorgt </strong>sehen sie jedoch, <strong>wie die Wahl ausgegangen ist</strong>. Karibu bat <strong>Anna Hirt, </strong><strong>Projektleitung im Weltladen-Dachverband und zuständig für Politische Vernetzung, </strong>um eine<strong> Bilanz</strong>. Sie antwortete:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir wissen im Rahmen des #FAIRSPRECHENS von persönlichen Kontakten mit 10 Kandidat*innen im Vorfeld der Europawahl. Davon fanden fast alle im persönlichen Gespräch mit einem Weltladen statt. 5 Weltläden waren besonders aktiv und haben z.T. mehrere Kandidat*innen angesprochen. Es ist gut möglich, dass es noch weitere Kontakte gab und diese uns bisher nicht rückgemeldet wurden. In diesem Fall ist aber ohnehin die Qualität der Kontakte wichtiger als die alleinige Anzahl. Insofern sind wir mit der Resonanz der Aktion sehr zufrieden. Durch die Aktion gibt es nun Kontakt zu (mindestens) sechs Mitgliedern des neuen Europaparlaments, von denen drei das #FAIRSPRECHEN und alle fünf Forderungen unterzeichnet haben. Alle haben – auch unabhängig von der Unterzeichnung – Offenheit für einen weiteren Austausch signalisiert. Aus Hessen sind das zum Beispiel die Abgeordneten Michael Gahler (CDU) und Udo Bullmann (SPD) (auf dem Bild mit Mitarbeiter*innen des Weltladen Weilburg).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Darüber hinaus haben wir als Weltladen-Dachverband zusammen mit Fairtrade Deutschland und Forum Fairer Handel im Rahmen der Aktion auch die Spitzenkandidat*innen kontaktiert.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Und das Fair Trade Advocacy Office (europäisches Fair Trade Netzwerk, die Redakteurin) in Brüssel ist zudem im Rahmen der Arbeitsgruppe zum Fairen Handel mit Europaabgeordneten im Austausch und hat nun auch neue Abgeordnete eingeladen, sich in die Arbeitsgruppe einzubringen. Darunter auch die Unterzeichner*innen des #FAIRSPRECHENs.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dies sind aus meiner Sicht wertvolle Anknüpfungspunkte für uns als Fair-Handels- und Weltladen-Bewegung für die nächsten Jahre. Denn gerade mit Blick auf den Zuwachs der rechten und extrem rechten Parteien im neuen Europaparlament, sind Kontakte zu Abgeordneten, die sich für eine faire sozial-ökologische Transformation und eine menschenrechtsbasierte Politik einsetzen, wichtiger denn je. Und dabei zählte jeder einzelne Kontakt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Wahlerfolge der rechten Parteien bei der Europawahl und der Blick auf die Umfragewerte der AfD für die Landtagswahlen im September beobachten wir im Weltladen-Dachverband mit großer Sorge. Als Fair-Handels-Organisation betrachten wir es als unsere Kernaufgabe, uns für Demokratie, Respekt und die Wahrung der Menschenrechte weltweit einzusetzen. Deswegen positionieren wir uns klar gegen rechtes Gedankengut, das diesen Zielen nach unserer Auffassung entgegensteht. Wir haben daher gerade ein Plakat für Weltläden entwickelt, mit dem wir uns gemeinsam als Bewegung positionieren können. Es ist ab Ende Juli verfügbar und kann über WeltPartner (ganz einfach bei der nächsten Bestellung) mitbestellt werden. Eine Vorschau auf das Motiv „Wir wählen Menschenrechte“ sowie weitere Informationen dazu gibt es auf der </em><a href="http://www.weltladen.de/wir-waehlen-menschenrechte"><em>Website des Weltladen-Dachverbandes</em></a><em>.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auf der <a href="https://www.weltladen.de/politik-veraendern/aktuelles/2024/nach-der-europawahl2024/">Website des Weltladen Dachverbands</a> heißt es, hier ergänzend zitiert: „Gemeinsam mit dem Forum Fairer Handel, Fairtrade Deutschland und unserem europäischen Netzwerk, dem Fair Trade Advocacy Office in Brüssel, werden wir uns daher (bezieht sich auf den Rechtsruck, d. Red.) als Fair-Handels-Bewegung auch in der kommenden Legislaturperiode in die EU-Politik einmischen und uns für eine fairere, sozialere und ökologischere Europäische Union einsetzen. Und dabei werden wir die frisch gewählten Europa-Abgeordneten immer wieder an ihr #FAIRSPRECHEN erinnern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hirt weiter: <em>„Auch das Forum Fairer Handel hat sich ausführlich positioniert. Der Weltladen-Dachverband ist dort Mitglied.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Positionen des Forum Fairer Handel geht es <a href="http://www.forum-fairer-handel.de/news/artikel/statement-des-forum-fairer-handel-gegen-rechts">hier</a> und <a href="http://www.forum-fairer-handel.de/news/artikel/die-eu-nach-der-wahl-einsatz-gegen-rechts-und-fuer-eine-faire-sozial-oekologische-transformation-wichtiger-denn-je">hier</a>. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
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