Faire Woche 2019

Unser Karibu Schaufenster mit den Plakaten der Fairen Woche

Faire Chancen durch fairen Handel!

Vom 13. – 27. September fand dieses Jahr die Faire Woche unter dem Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ statt. Die größte Aktionswoche des Fairen Handels wird vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit TransFair und dem Weltladen-Dachverband veranstaltet. Weltläden, lokale Aktionsgruppen, Schulen oder auch Privatpersonen übernehmen die Organisation von Aktionen in Eurer Region. Dabei entstehen mehr als 2.000 Veranstaltungen Bundesweit.

„#Fairhandeln für ein Gutes Leben“ sowie „Faire Chancen durch Fairen Handel“ steht auf den Plakaten der Fairen Woche, welche auch bei uns in dem Schaufenster vom Karibu Regio- und Weltladen Kassel hängen. Aber was hat das überhaupt zu bedeuten? Und was hat das mit dem Schwerpunktthema „Geschlechtergerechtigkeit“ zu tun?

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist nicht überall Normalität. Weit mehr Frauen als Männer leiden unter enormer Armut – in zahlen bedeutet das, dass 70% von den 702 Millionen Menschen, welche in Armut leben, Frauen sind. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen der Zugang zu wichtigen Ressourcen, wie Bildung, Land, Krediten oder einem eigenen Einkommen verwehrt wird. Auch in Deutschland entspricht die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau immer noch nicht dem Ideal. So vergleicht der sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) den prozentualen Unterschied aller Arbeitnehmer*Innen anhand des durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen (bezogen auf den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern). Das ergibt einen Wert von 21% (2017). Umgerechnet bedeuten die 21%, dass Frauen 77 Tage vom Jahresanfang unbezahlt arbeiten. Aber auch dieses Ergebnis hat seine Gründe: Frauen sind häufiger als Männer teilzeit- oder geringfügig beschäftigt. Dazu kommt, dass Frauen die Erwerbstätigkeit familienbedingt unterbrechen bzw. reduzieren (müssen). Aber auch auf der Karriereleiter, besonders in Führungspositionen, fehlt in bestimmten Berufen und Branchen der Frauenanteil.

Diese Informationen sind bedrückend und sollten den Anschein haben im Jahr 2019 veraltet zu sein – doch gleichzeitig sind diese Probleme in unserer Gesellschaft weiterhin aktueller denn je. Doch sind wir definitiv nicht machtlos dagegen.

Die Ungleichheit ist, wie im oberen Abschnitt benannt, immer noch ein Problem. Doch keines, welches nicht geändert werden kann! So setzt sich der Faire Handel aktiv gegen Geschlechterdiskriminierung ein und fördert die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Dabei unterstützen Faire Handels-Unternehmen, dass Frauen einen gerechten Lohn bekommen, in Entscheidungsprozessen einbezogen werden sowie Zugang zu Bildung und Weiterbildung erhalten. Durch diese Unterstützung gelingt es das Frauen deutlich mehr Chancen haben ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften und daraus ein selbstbestimmtes und gutes Leben führen können.

Womit die nächste Frage beantwortet wäre. Gutes Leben wird oft an Wohlstand, Bildung, Status und Ressourcenverteilung gemessen. Höheres Einkommen, mehr Bildung, bessere Sozialkontakte sind somit die wichtigen Indikatoren für das Wohlergehen aller. Durch Fair produzierte Produkte werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen nicht nur der Frauen am Anfang der Lieferkette verbessert, sondern gleichzeitig auch ihre politische und wirtschaftliche Position gestärkt. So kann jeder einzelne schon bei seiner Kaufentscheidung #Fairhandeln und zu einem Guten Leben beitragen. Gleichzeitig werden Faire Chancen für alle geschaffen.

Kinderkulturkarawane

Sosolya Undugu Dance Academy aus Uganda

Tanztheater: „Die Geschichte von Zakayo“

Vier Mitglieder der Sosolyas während der Theaterproben zu "Zakayo" in Uganda. Sie tragen ihre Kostüme, wobei sie alte Sandalen auf dem Kopf tragen.
Bild: KinderKulturKarawane

Die Sosolya Undugu Dance Academy ist seit 25 Jahren eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche zentral im Armenfirtel von Kampala der Hauptstadt von Uganda. Kinder, welche von ihren Familien aus finanziellen Gründen nicht zur Schule geschickt oder auch nicht ausreichend versorgt werden können, bekommen das nötigste von der Gemeinnützigen Organisation. So übernimmt Sosolya nicht nur die Schulgebühren und Verpflegung sondern fördert die Kinder und Jugendlichen auf besondere Art und Weise und zwar mit Tanz, Musik und Theater.

Zum dritten Mal sind nun sechs der Jugendlichen aus dem sogenannten Centre von Sosolya plus zwei Betreuer mit dem Programm der Kinderkulturkarawane in ganz Deutschland unterwegs und zeigen ihr musikalisches und tänzerisches Können.

Darüber hinaus haben sie ein Theaterstück dabei. Sie erzählen die Geschichte von Zakayo einem Schimpansen dessen Lebensraum von Menschen für Kakao-Plantagen zerstört und er daraufhin in ein Zoo gesperrt wird. Doch ein Journalist rettet ihn und kümmert sich um die Wiederbepflanzung des Waldes.

Was noch alles passiert müsst ihr selbst herausfinden! Am 10. Oktober 2019 um 19:00 Uhr in der CROSS Kirche Kassel. Tickets bekommt ihr bei uns im Karibu für 5 Euro. Abendkasse in der CROSS 7 Euro.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Diakonie Hessen, welche seit 2016 die Sosolya Undugu Dance Academy in ihrem Weltwärtsprogramm aufgenommen hat und sowohl deutsche Freiwillige nach Uganda, als auch ugandische Freiwillige nach Deutschland entsendet. Seit September diesen Jahres haben auch wir eine Freiwillige über die Diakonie Hessen bei uns im Weltladen. Linda Biesel, die vorher ein Jahr bei der Sosolya Academy in Kampala den Alltag der Kinder und Jugendlichen begleitet hat, unterstützt uns nun bei der täglichen Arbeit im Laden sowie in der Bildungsarbeit.

Vortrag

Wo die Berge den Himmel berühren

Handeln und Helfen in Nepal

Lernen Sie Nepal und das Projekt Ganesh kennen. Erfahren Sie, was fairer Handel in Nepal bedeutet, wie Kindern mit Behinderungen geholfen wird und wie nachhaltiges Reisen in Nepal den kulturellen Austausch fördern kann. 

Wir freuen uns auf einen informativen und berührenden Abend über dieses faszinierende Land und unsere Produzent*innen.

Ein Vortrag mit Dori Rindle | Ganesh e.V.

Wann: 30.08.2019 | 19 Uhr
Wo: Im Karibu Welt- und Regioladen
, Oberste Gasse 30 in Kassel

Der Eintritt ist frei.

Zum Schulbeginn

Wir haben eine große Auswahl an kleinen Schnuckesachen, Spielzeug Schreibwarenartikel uvm. passend für den großen Tag Ihres Kindes!

Stellen Sie sich entweder Ihre eigene Schultüte zusammen oder greifen Sie auf unser Basisangebot für 16,60€ zurück.

In der Fairen Schultüte finden Sie garantiert nur Lebensmittel und Produkte, die ohne illegale Kinderarbeit und zu einem gerechten Einkommen produziert wurden. Unterstützen Sie diese Idee, damit alle Kinder eine Schulbildung erhalten können.

Wanderausstellung TrikotTausch in Kassel

TrikotTausch – die zwei Seiten der Sportbekleidung

Anlässlich der Frauen-Fußball-WM möchten der Sportverein Dynamo Windrad e.V., Karibu e.V. und der Landkreis Kassel auf die prekären Arbeitsbedingungen in der Sportartikelindustrie aufmerksam machen.

Die Wanderausstellung „TrikotTausch“ stellt die zwei Seiten der Sportbekleidungsindustrie vor: einerseits die Vermarktung von Sportbekleidung und unser Kaufverhalten hier – andererseits die Arbeitsbedingungen der Näherinnen in den Weltmarktfabriken.

Anschaulich erhalten Sie Informationen und erfahren, wie jede*r Einzelne für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Näherinnen in den Produktionsländern aktiv werden kann.

Wir laden Sie ganz herzlich zur Ausstellungseröffnung „TrikotTausch“ – Die zwei Seiten der Sportbekleidung ein.

Wann: 16. Juli 2019 | 18.00 Uhr
Wo: Im Foyer des Kreishauses | Wilhelmshöher Allee 19-21

Eintritt: kostenlos
Für Getränke und kleine Snacks ist gesorgt.

Begrüßung: Harald Kühlborn | Pressesprecher des Landkreises Kassel
Einführung: Lara Schröder | Cum Ratione gGmbH

Die Ausstellung selber kann noch bis einschließlich den 8. August 2019 besucht werden.

Prekäre Produktionsbedingungen

In Deutschland wird viel Geld für Kleidung ausgegeben. Dabei wird Sportbekleidung besonders in Jahren mit sportlichen Großereignissen wie der Fußball Weltmeisterschaft der Herren und auch Damen vermehrt gekauft und nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch in der Freizeit getragen. Sportliche Großereignisse vervielfachen die Verkaufszahlen der großen Markenhersteller.

Weit weniger bekannt sind die Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern der Sportartikel und -bekleidung. China, Rumänien und Nicaragua heißen drei der Länder, in denen vor Großereignissen im Akkord und oft mit Überstunden verbunden für den Weltmarkt produziert wird. In Deutschland jedoch ist die Geschäftsführung der Markenfirma ansässig. Die sprunghaft steigende Nachfrage bei sportlichen Großevents führt dabei oft zu unbezahlten Überstunden in den Herstellungsländern.

Aus Kostengründen wird fast ausschließlich im Ausland produziert – meistens in sogenannten freien Export-Produktionszonen. Die Arbeitsbedingungen sind häufig katastrophal: Minimale Entlohnung und kaum Arbeitsschutz sind an der Tagesordnung. Gründen die Näherinnen eine Gewerkschaft droht außerdem die Entlassung. Was hier bei uns undenkbar wäre, gehört in den „freien Export-Produktionszonen“ zum Alltag.